Unterrichtsentwicklung im Team

Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Instituts für Professionalisierung für Elementar- und Primarpädagogik der Pädagogischen Hochschule Steiermark steht die Frage, wie sich Fort- und Weiterbildung im Interesse der Schulen und Bildungspolitik gestalten müssen, um einen nachhaltigen Beitrag zu unseren nationalen Bildungsvorhaben zu leisten.

Bisher wandte sich Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung vorwiegend an einzelne Lehrpersonen verschiedener Schulen und zielte auf die Weiterentwicklung fachlicher und pädagogischer Kenntnisse und Kompetenzen ab. Der einzelnen Schule und ihrem Kollegium inkl. Schulleitung als Ganzes im Sinne einer pädagogischen Handlungseinheit sowie dem Transfer von Fortbildung in eine gemeinsame Unterrichtspraxis wurde weniger Bedeutung beigemessen.

Dies hat sich ausgehend von SQA nun grundlegend gewandelt. Im Rahmen von SQA muss Fort- und Weiterbildung stärker von der einzelnen Schule aus gedacht werden. Die Qualität der Schule als systematische pädagogische Handlungseinheit rückt in den Fokus des Interesses und somit auch die Frage, was das Kollegium braucht, um den Qualitätsansprüchen der Schule von heute gerecht zu werden. Eine systematische Fortbildungsplanung moderiert und gesteuert von der Schulleitung gewinnt an entscheidender Bedeutung. Im Mittelpunkt steht nicht vordergründig das Fortbildungsinteresse der einzelnen Lehrperson, sondern die Frage, welche Kompetenzen die Schule bzw. das Kollegium braucht, um Unterricht und Lernen auf der Basis von Erkenntnissen aus nationalen und internationalen Bildungsstudien qualitätsvoll weiterzuentwickeln.

Um diesen systemischen Ansatz der Fortbildungsplanung zu unterstreichen, bietet das Institut für Professionalisierung in der Elementar- und Primarpädagogik im kommenden Jahr gezielt Veranstaltungen für Teams an Schulen an. Unter der Programmkategorie "Unterrichtsentwicklung im Team" werden zu Inhalten des Bundes- und Landesentwicklungsplanes ein- und mehrteilige Veranstaltungen in den Bildungsregionen angeboten. Zwei oder mehr  Personen einer Schule sind eingeladen, sich gleichzeitig anzumelden, um eine Teilnahme im Team sicherzustellen und in weiterer Folge im Sinne professioneller Lerngemeinschaften die in der Veranstaltung gewonnenen Erkenntnisse bzw. den Kompetenzerwerb gemeinsam zurück in die Schule und ins Lehrerinnen- und Lehrerkollegium zu tragen. Ziel ist die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität nicht nur in der eigenen Klasse, sondern in der gesamten Schule.

Ergänzend zu diesem Veranstaltungsformat besteht für Schulleitungen im Rahmen der regionalen Fortbildung die Möglichkeit, SCHILF bzw. SCHÜLF entsprechend dem Entwicklunsgplan der Schule über die zuständige Pflichtschulinspektorin bzw. den zuständigen Pflichtschulinspektor an die Pädagogische Hochschule einzureichen. SCHILF und SCHÜLF sind besonders geeignete Fortbildungsformate für die Neuorganisation von Wissen und den Erwerb neuer Handlungskompetenzen eines ganzen Kollegiums.

Sowohl das Format "Unterrichtsentwicklung im Team" als auch SCHILF/SCHÜLF orientieren sich an Erkenntnissen von Wirksamkeitsstudien und setzen an den Ergebnissen der Unterrichtsforschung an, konzentrieren sich auf das fachliche Verständnis von Lehrpersonen  bezogen auf Unterrichtsinhalte und Schülerinnen- bzw. Schülervorstellungen, verbinden Wissen, Anwendungstransfer und Reflexion, lassen Lehrpersonen die eigene Wirksamkeit erleben und ermöglichen das Lernen in professionellen Lerngemeinschaften (Lipowsky, Rzejak, 2014). Mit letzterem sind Lehrerinnen- und Lehrerteams gemeint, die das Lernen der Schülerinnen und Schüler vertiefend in den Blick nehmen und dabei gezielt auf Beratung und Feedback von Kolleginnen und Kollegen setzen. Voraussetzung für diese Form der kollegialen und dialogischen Zusammenarbeit ist der Kompetenzerwerb im Team. Diesem gehen idealerweise eine Bedarfsanalyse in Hinblick auf Personalentwicklung voraus, weiters basiert er auf einer vom Kollegium gemeinsam erarbeiteten Zielperspektive und entspricht somit einem gemeinsamen Bild von Unterricht und Schule, zu dem sich der konkrete einzelne Schulstandort bekennt.

Literatur: Lipowsky F., Rzejak, D. (2014). Lehrerfortbildung lernwirksam gestalten. In Lernenden Schule, Heft 68, S. 912

Kontakt

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Leiterin:

ILin Prof.in Mag.a Dr.in Andrea Holzinger
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Stellvertretende Leiterin:

Prof.in Michaela Reitbauer, BEd MA
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Institut für Professionalisierung für Elementar- und Primarpädagogik
Hasnerplatz 12