CIL – Common inclusive language

Die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK, 2008), die Zielsetzungen des Nationalen Aktionsplans Behinderung (NAP, 2012) und der Aktionsplan des Landes Steiermark zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (AP, 2012 - 2020) bilden den Ausgangspunkt für umfassende Weiterentwicklungen der schulpädagogischen Praxis auf der Basis zeitbezogener wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und eines zukunftsweisenden Diskurses mit dem Berufsfeld. Diese Entwicklungen werden gestützt vom Bundesrahmengesetz zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen/Pädagogen (HG, 2013), das Inklusion zum Kernelement der mit dem Studienjahr 2015/16 gestarteten Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen aller Altersstufen und Schularten erklärt. 

Mit 1. September 2018 startet das Eramus+ Projekt "Common inclusive language" (CIL) im Rahmen der Key Action "Cooperation for innovation and the exchange of good practices", für dessen Projektpartnerschaft sich das Institut für Professionalisierung in der Elementar- und Primarpädagogik unter der Leitung von Dr. Andrea Holzinger verantwortlich zeichnet. Gemeinsam mit neun nationalen und internationalen Projektpartner/innen setzt sich die Pädagogische Hochschule Steiermark in diesem Rahmen zum Ziel, Partizipation und Inklusion in schulischen Settings für alle Beteiligten in und rund um Schule und Unterricht zu erforschen und weiterzuentwickeln. Dies vollzieht sich unter besonderer Berücksichtigung der Praxis einer gemeinsamen Sprache auf Basis der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit in der Version für Kinder und Jugendliche (ICF-CY, Deutsche Version: https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icf/) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). 

Diese zielt darauf ab, fachübergreifend und standardisiert den funktionalen Gesundheitszustand, die Behinderung, die soziale Beeinträchtigung und die relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen zu beschreiben. Die bio-psycho-sozialen Aspekte können unter Berücksichtigung der Kontextfaktoren demzufolge systematisch erfasst werden. Ausgehend davon gilt es, die Lebensbereiche Bildung und Schule sowie die schulische Praxis mit Fokus auf allgemeine, besondere und spezielle Förderbedürfnisse weiterzuentwickeln. In diesem Sinne findet die ICF im Entwicklungs- und Forschungsprojekt CIL als Beschreibungs- und Planungsinstrument in Schule, Unterricht und Support Verwendung. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche bestmöglich bei der Partizipation an jenen Prozessen zu unterstützen, an denen ALLE anderen Kinder in der Schule teilhaben: Das betrifft das Lernen und den Unterricht, soziale Prozesse in der Gruppe der Gleichaltrigen, die Kommunikation mit den Fachpersonen bis hin zur Mobilität innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes, Selbständigkeitsleistungen oder das Gemeinschaftsleben (z.B. bei Festen, Feierlichkeiten oder beim Sport). 

Ziel des Projekts ist es, ein Ressourcenpaket in vier Modulen für Schüler/innen, Erziehungsberechtigte, Lehrpersonen, Schulleitungen und Berufsgruppen in den interdisziplinären Teams an Schulen zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren. Ergebnisse und Erkenntnisse fließen in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der adressierten Projektgruppen ein, Disseminationsveranstaltungen sorgen für die Bekanntmachung und Verbreitung der innovativen Tools. 

Partner

Die Auswahl der strategischen Partnerschaften erfolgte anhand der folgenden Kriterien: umfassende Erfahrung, Expertise, Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich der Inklusiven Pädagogik sowie der Inklusionsforschung, Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten und damit verbunden anschlussfähige Kooperationsmöglichkeiten sowie Bereitschaft für neue innovative Denkansätze und Entwicklungsarbeit. Die Auswahl erstreckt sich über Partner/innen aus schulischen Bereichen sowie außerschulischen Bereichen, um dem Anspruch des interdisziplinären Projektinhalts sowie der vernetzenden Gesamtausrichtung zukunftsweisend gerecht werden zu können. Weiters wird das Projekt von zahlreichen assoziierten Partnerschaften getragen.

  • Projektleitung: Dr. Manfred Pretis, Sozial INnovatives Netz (S.I.N.N.) (A)
  • Unterstützungsverein Schulpsychologie Steiermark, Operative Partnerorganisation (A)
  • Pädagogische Hochschule Steiermark, Operative Partnerorganisation (A)
  • Information Processing an Consulting (InfoPro), Operative Partnerorganisation (A)
  • Obrazovanie za site (Education for all), Operative Partnerorganisation (MKD)
  • Primary School Vanco Prkev, Operative Partnerorganisation (MKD)
  • MSH Medical School Hamburg GmbH, Operative Partnerorganisation (D)
  • Pfennigparade - Phoenix Schulen und Kitas GmbH - Inklusive Bildung & Konduktive Förderung, Operative Partnerorganisation (D)
  • Cocuk Gelisimi ve Egitimcileri Dernegi, Operative Partnerorganisation (TR)
  • Down Sendromu Dernegi, Operative Partnerorganisation (TR)
  • Bildungsdirektion Steiermark, Abteilung Schulpsychologie und Bildungsberatung, Assoziierte Partnerschaft (A)
  • Ministry of Education, Assoziierte Partnerschaft (MKD)
  • Ministry of Social Affairs, Assoziierte Partnerschaft (TR)
  • UNICEF, Assoziierte Partnerschaft (MKD)

Die Projektgruppe trifft sich im Laufe des Projektes vier Mal, wobei jedes Treffen in einem anderen Land stattfinden wird, um alle Projektumwelten kennenzulernen und ein Verständnis für kulturelle Unterschiede stärken zu können. Mit Hilfe des Basecamp-Tools sollen alle Projektpartner/innen miteinander kommunizieren und Teil einer europäischen Lerngemeinschaft sein. Projektlogo sowie Projektwebsite werden im November 2018 lanciert.

Projektzeitraum

01.09.2018 - 31.08.2021

Kontakt

Kontakt

Prof.in Silvia Kopp-Sixt, BEd MA

Institut für Elementar- und Primarpädagogik

Andrea Holzinger

Prof.in Mag.a Dr.in Andrea Holzinger

Institut für Elementar- und Primarpädagogik

Foto: M. Größler / PHSt

„A common language“ wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.