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Presseaussendungen

01.07.2020

Die vier Pädagogischen Hochschulen im Südosten setzen im Wintersemester auf "Blended Learning"

Die Corona-Krise treibt in vielen Bereichen die Digitalisierung voran – auch in der Bildung.


Die vier Pädagogischen Hochschulen des Entwicklungsverbunds Süd-Ost in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland haben für das Wintersemester neue Konzepte entwickelt, die Vorteile virtueller Lernräume mit jenen der Präsenzlehre verbinden.

"Blended Learning ist nichts anderes als die didaktisch wohl überlegte Kombination von Online-Lernen und Präsenz-Lernen im Hörsaal", erklärt Elgrid Messner, die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark. "Wir reagieren damit einerseits auf die neuen Erfordernisse für die Lehre an Hochschulen durch die Pandemie als auch auf die neue Schulrealität." An vielen Schulen hat sich durch den seit Mitte Mai eingeführten Gruppenunterricht – abwechselnd ist eine Hälfte der Klasse im Online-, die andere im Präsenzunterricht – diese neue Form des Lernens bereits in der Praxis durchgesetzt.

Die Pädagogischen Hochschulen in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland können bei der Umsetzung von "Blended Learning" auf didaktisches Wissen und Können im E-Learning zurückgreifen. Besondere Erfahrungen hat vor allem die PH Burgenland, berichtet Sabine Weisz, Rektorin der PH Burgenland: "Wir bieten seit Herbst 2019 ein berufsbegleitendes Lehramtsstudium für die Primarstufe mit einem Online-Anteil von 50 % an, wobei auf Grundlage laufender Evaluierungen festgelegt wird, welche Inhalte für den virtuellen Raum geeignet sind und welche in Präsenz stattfinden müssen." Auch in Kärnten wird an Modellen gearbeitet, um die Präsenz von Studierenden an der Hochschule deutlich zu reduzieren und z. B. einen Tag der Woche für "distance learning" freizuhalten. "Wir gehen diesbezüglich in eine Überarbeitung der Curricula", erläutert Marlies Krainz-Dürr, Rektorin der PH Kärnten.

Lehre ist auch Begegnung

An den vier Pädagogischen Hochschulen wurde die Lehre im März coronabedingt zur Gänze auf Online-Betrieb umgestellt. An der PH Steiermark fanden bis Anfang Juni insgesamt 9.000 Videomeetings zwischen Lehrenden und Studierenden statt. Dieses Modell wird im Wintersemester nur mehr für die Vorlesungen gelten, die ohnehin bleiben. In den Seminaren wird die Lehre abwechselnd online und vor Ort an der Hochschule stattfinden. "Denn", so die Rektorinnen unisono, "erfolgreiche Lehre setzt auch Begegnung voraus und kann nicht einfach durch Online-Meetings ersetzt werden." Bestimmte handlungsorientierte Lehrveranstaltungen, wie sie etwa in den Fächern Bildnerische Erziehung, Werken und Bewegung und Sport erforderlich sind, werden zu einem hohen Prozentsatz in Form von Präsenzlehre stattfinden – "wenn es wegen beengter Raumverhältnisse erforderlich sein sollte, dann auch in getrennten Gruppen".

Unterrichtspraxis: Online und in der Klasse

Die Unterrichtspraktika – die im Sommersemester zunächst virtuell und ab der Wiedereröffnung der Schulen real stattfanden – werden im Wintersemester wieder vor Ort in den Schulen stattfinden. "Die Online-Komponente im Sommersemester war höchst ertragreich, da die Studierenden ja auch mit der Praxis des Online-Unterrichts vertraut werden müssen, aber Präsenz ist natürlich viel wichtiger", betont Andrea Seel, Rektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz. "Der Lehrerberuf ist nicht nur ein kognitiver, sondern vor allem ein sozialer Beruf."