24.02.2020

Symposium Sprachheilpädagogik 2020

120 Besucherinnen und Besucher in der Aula der PHSt


Foto (von links nach rechts): Dr. Patricia Sandrieser (Leiterin der Logopädie am katholischen Klinikum in Koblenz), Priv.-Doz. Dr. Daniel Holzinger (Institut für Sinnes- und Sprachneurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz), Mag. Elisabeth Stabler (KPH Graz) Prof. Mag. Ursula Komposch (PHST) © S. Stoiser/PHSt

06 - 07. Februar 2020 – Beim diesjährigen Symposium „Sprachliche Bildung_Sprachförderung_Sprachheilpädagogik im professionellen Kontext“, konnten 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr fachliches und pädagogisches Know-how in drei Impulsvorträgen und einigen Workshops erweitern.

Der Vortrag „Stottern im Kindesalter“ lieferte neue Erkenntnisse: Diese Sprachstörung sei nicht, wie vielfach noch immer kolportiert, psychisch bedingt, sondern genetisch, erklärte Dr.in Patricia Sandrieser, Leiterin der Logopädie am katholischen Klinikum in Koblenz. Im Vortrag „Soziale Kommunikation – zentrale Aufgabe der Sprachförderung“ unterstrich Priv.-Doz. Dr. Daniel Holzinger vom Institut für Sinnes- und Sprachneurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz: „Sprache entwickelt sich aus der Kommunikation mit einem Gegenüber“. Sei man früher davon ausgegangen, dass das Kind zuerst Laute bilde, dann einen Wortschatz erwerbe, diesen später in Phrasen und Sätzen verwende und schließlich damit in soziale Kommunikation trete, so wisse man heute, dass der Prozess genau umgekehrt abläuft. Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag von Mag.a Elisabeth Stabler von der KPH Graz. Sie stellte das Projekt Filius - Flüssigkeit im Lesen mit unterschiedlichen Sachhörtexten trainieren - vor, das Laut- und Stilllesemethoden mit Hörtexten kombiniert. Beim Lautlesen werden zudem erfolgreich „Tandems“ aus lesestarken und leseschwachen Schülerinnen und Schülern eingesetzt.

Vertiefend zu den Vorträgen gab es Workshops aber auch in den Bereichen „Hören und doch nicht verstehen - AVWS im Schulalltag“ mit Mirjam Koppitsch, BEd & Mag.a Ulrike Pawlata und „Sprachverständnisstörungen im Schulalter - Symptomatik und Förderung“ von Nina Fuisz-Szammer, MSc.

Es hat sich gezeigt, dass ein Zusammenwirken von Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern, Sprachheillehrerinnen und Sprachheillehrern sowie Eltern/Erziehungsberechtigten zu einer effektiven Sprachförderung führt und eine erfolgreiche sprachliche Bildung der Schülerinnen und Schüler ermöglichen kann. Zudem hat dieses Symposium durch einen „Open Space“ auch Zeit für die „Professional Community“ der Sprachheilpädagoginnen und Sprachheilpädagogen geboten, um über neue Zugänge dieser Profession zu diskutieren.

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