Geschichte der LehrerInnenbildung in Österreich

 

GymnasiallehrerInnenausbildung

 

VolksschullehrerInnenausbildung

 

1800

 

Theologie an Universitäten

 

Im 18. und im frühen 19. Jahrhundert ist die Ausbildung von Mittelschul- bzw. GymnasiallehrerInnen nicht reglementiert. Üblicherweise werden AbsolventInnen des Theologiestudiums herangezogen, um in den „Lateinschulen“ zu unterrichten.

 

1774

 

Präparandenkurse für VolksschullehrerInnen

 

Beginnend mit der Einführung der Schulpflicht Maria Theresias im Jahre 1774 durch die Errichtung von „Normalschulen“ besuchen zukünftige VolksschullehrerInnen zunächst „Präparandenkurse“. Sie sind direkt an diese angeschlossen und dauern anfangs drei bis sechs Monate. Im 19. Jahrhundert werden diese Kurse wiederholt verlängert.

 

1775 K.K. Normalschule mit "Lehrer-Präparandie" Ferdinandeum Färbergasse 105, Graz

 

 

1856

 

Fachwissenschaften an Universitäten

 

Ab 1856 müssen LehramtskandidatInnen ein fachwissenschaftliches und pädagogisches Studium an einer philosophischen Fakultät einer Universität absolvieren und danach zu einer staatlichen Lehramtsprüfung antreten. Die schulpraktische Ausbildung ist nicht Teil des Studiums, sondern erfolgt erst in einem Probejahr an einem Gymnasium. 

 

1869

 

Lehrerbildungsanstalten mit Matura


Ab 1869 werden zukünftige VolksschullehrerInnen in vierjährigen „Lehrerbildungsanstalten“ ausgebildet, die mit einer Reifeprüfung abschließen.

1870 Lehrerbildungsanstalt Burggasse 13, Graz

1909 Eröffnung Neubau Lehrerbildungsanstalt Hasnerplatz 12, Graz

 

1937

 

Lehramt an Universitäten

 

Mit der „Verordnung über die Erwerbung der Befähigung für das Lehramt an Mittelschulen“ im Jahr 1937 wird das Lehramtsstudium reglementiert. Es werden die zu belegenden pädagogischen Fächer wie Theorie der Erziehung und des Unterrichts, Geschichte der Erziehung, Aufbau des Bildungswesens und Psychologie einschließlich Jugendkunde festgelegt. Lehramtsprüfung und Probejahr bleiben erhalten.

 

 

1945

 

Lehrerbildungsanstalten mit Berechtigung für Universitätsstudium

 

1945 werden die Lehrerbildungsanstalten reaktiviert, die Ausbildung wird auf fünf Jahre verlängert, die Reifeprüfung an der Lehrerbildungsanstalt berechtigt nunmehr auch zum Universitätsbesuch.

 

 

 

1962

 

Pädagogische Akademien für VolksschullehrerInnen mit zweijähriger Ausbildung

Erst 1962 werden für die Ausbildung der VolksschullehrerInnen „Pädagogische Akademien“ eingerichtet, für deren Besuch die Matura Voraussetzung ist und vier Semester dauert. Damit wird die Ausbildung der VolksschullehrerInnen erstmals postsekundär.

1968 PÄDAK Hasnerplatz

 

1971

 

Pädagogisches Lehramt an Universitäten

 

Die einschneidendste Reform der GymnasiallehrerInnenausbildung findet im Rahmen der Beschlussfassung des Gesetzes über geistes- und naturwissenschaftliche Studienrichtungen 1971 statt. Damit wird u.a. die pädagogische Ausbildung zur Gänze ins Studium integriert. Dazu kommt eine schulpraktische Ausbildung.

 

Auf die universitäre Ausbildung folgt ein von der Schuladministration organisiertes Unterrichtspraktikum als Einführungsdienst,  während dessen die PraktikantInnen von AusbildungslehrerInnen betreut werden und Veranstaltungen der Lehrerfortbildung an den Pädagogischen Akademien, ab 2007 an den Pädagogischen Hochschulen absolvieren müssen.

 

1975

 

Dreijährige HauptschullehrerInnenausbildung

 

Die HauptschullehrerInnenausbildung ist bis 1971 nicht institutionalisiert. Als Zulassungsvoraussetzung für die Lehrbefähigungsprüfung für den Fachunterricht an „Bürgerschulen“ wird ein Lehramt für Volksschulen oder Mittelschulen gefordert, die Prüfungsvorbereitung erfolgt autodidaktisch oder im Rahmen der Lehrerfortbildung. Erst 1975 wird an den Pädagogischen Akademien eine sechssemestrige HauptschullehrerInnenausbildung eingerichtet.

 

 

1986

 

Dreijährige VolksschullehrerInnenausbildung

 

1986 wird die Ausbildung der VolksschullehrerInnen ebenfalls auf sechs Semester verlängert.

 

 

2007

 

Pädagogische Hochschulen

2007 werden die Pädagogischen Hochschulen ins Leben gerufen, die durch die Zusammenlegung der PÄDAKS, Berufs-PÄDAKs und Pädagogischen Institute entstehen. Die Ausbildung der VolksschullehrerInnen dauert nun ebenso wie jene der Haupt- bzw. Neuen MittelschullehrerInnen und der SonderpädagogInnen sechs Semester und schließt mit dem akademischen Grad eines Bachelor of Education (BEd) ab. Die Fort- und Weiterbildung schließt als Angebot direkt an.

2007 PH Steiermark Hasnerplatz

 

2015

 

Lehramt für Sekundarstufe Allgemeinbildung

 

2015 wird das Lehramt für Sekundarstufe Allgemeinbildung mit einem vierjährigen Bachelor und einem zweijährigen Masterstudium eingeführt. Das Lehramtsstudium besteht aus fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Anteilen. Die schulpraktische Ausbildung wird zur Gänze integriert, das Unterrichtspraktikum eingestellt. 

 

2015

 

Lehramt für Primarstufe und Sekundarstufe

 

2015 wird das Lehramt für Primarstufe und das Lehramt für Sekundarstufe Allgemeinbildung und ein Jahr später jenes der Sekundarstufe Berufsbildung mit einem vierjährigen Bachelor und einem  ein- bis zweijährigen Masterstudium eingeführt. Lehramtsstudierende schließen mit einem Master of Education (MEd) ab. Pädagogische Hochschulen müssen in der Ausbildung von SekundarstufenlehrerInnen für allgemeinbildende Fächer mit Universitäten kooperieren. Alle Lehrerinnen und Lehrer erhalten dieselbe pädagogische Ausbildung. Alle Studien haben dieselben pädagogisch-praktischen Anteile.

 

 

Aktuell in Steiermark, Burgenland und Kärnten

  • VolksschullehrerInnen absolvieren einen vierährigen Bachelor und einjährigen Master of Education an Pädagogischen Hochschulen. 
  • SekundarstufenlehrerInnen für allgemeinbildende Fächer werden in einem vierjährigen Bachelor  und einem zweijährigen Master gemeinsam an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen ausgebildet und können sowohl an NMS als auch an AHS und BHS unterrichten.
  • Das Lehramtsstudium für SonderschullehrerInnen ist in jene der Primar- und Sekundarstufe integriert. Vertiefungen in besondere Förderbereiche können im Masterstudium gewählt werden. 
  • SekundarstufenlehrerInnen für berufsbildende Fächer  werden in einem vierjährigen Bachelor und einjährigem Master of Education mit individuellen Anrechnungen für die berufliche oder akademische Vorbildung an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet.
  • Die Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer und aller Schularten wird von den Pädagogischen Hochschulen angeboten.