zum Inhalt zum Menü

Rechenschwäche im Fokus

Neues Forschungs- und Kompetenzzentrum an der PHSt

Foto: PHSt/ Andrea Karner

01. November 2026 – Rechenschwächen bei Schüler*innen rechtzeitig erkennen und sie entsprechend unterstützen – das hat sich die Pädagogische Hochschule Steiermark zum Ziel gesetzt und wird sich daher in den kommenden Jahren besonders für die Weiterentwicklung der Förderung bei Rechenschwäche einsetzen.

Dafür gibt es seit 1. Oktober ein eigenes Forschungs- und Kompetenzzentrum „Rechenschwäche“, in dem Forschungsprojekte gebündelt werden. Nach dem erfolgreichen Auftakt in der Bildungsregion Murau-Murtal wird der Hochschullehrgang Rechenschwäche in der Sekundarstufe 1 jetzt in der Bildungsregion Ost, also in Weiz und Hartberg-Fürstenfeld, angeboten –  wieder in Kooperation mit der Universität Bayreuth.

Dazu Hochschulprofessorin Andrea Karner, die das Projekt leitet: „Die besonderen Schwierigkeiten beim Mathematiklernen entstehen, wenn Kinder in der Volksschule kein tragfähiges Verständnis für Zahlen, für das Stellenwertsystem und die Grundrechenarten entwickeln. Schülerinnen und Schüler mit derartigen Verständnisdefiziten sind nach dem Übertritt in die weiterführende Schule dann auch nicht in der Lage, die vielfältigen Lernziele des Mathematikunterrichts in der Sekundarstufe zu erreichen. Nicht nur Lehrkräfte der Primarstufe, sondern auch Lehrpersonen an Mittelschulen und Gymnasien müssen deshalb über fundiertes Wissen im Umgang mit Rechenschwäche verfügen, um betreffende Jugendliche frühzeitig zu erkennen und bei der Aufarbeitung der Lernlücken gezielt unterstützen zu können.“
Studien gehen übrigens davon aus, dass bis zu einem Viertel der Kinder von einer Rechenschwäche betroffen ist; eine ausgeprägte Rechenstörung liegt bei etwa 3 bis 5 Prozent vor.

Der Hochschullehrgang ist sehr praxisnah gestaltet. Auf theoretische Impulse folgen stets unmittelbare Phasen, in denen die vorgestellten Konzepte im eigenen Mathematikunterricht erprobt und anschließend gemeinsam reflektiert werden. Mithilfe von Interview-Gesprächen werden die individuellen Schwierigkeiten der einzelnen Kinder weiter ergründet, um passgenaue Fördermaßnahmen konzipieren zu können. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Frage nach der inhaltlichen und schulorganisatorischen Gestaltung von wirksamer Förderung. Der Aufbau von Expertise bei den Lehrpersonen, aber auch die Etablierung von Förderstrukturen, die an den teilnehmenden Schulen über den Lehrgang hinaus bestehen bleiben, ist somit ein Hauptanliegen des Projekts.

45 Mathematik-Lehrer*innen aus der Bildungsregion Ost, also aus Mittelschulen und Gymnasien der Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld, nehmen in den Schuljahren 2026/2027 und 2027/2028 am Hochschullehrgang teil – weitere 20 am Fortbildungstag.

Begleitet wird die Maßnahme von der Universität Bayreuth. Dr.in Annalisa Steinecke, die seit 2021 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus einen Modellversuch zur nachhaltigen Förderung von rechenschwachen Schülerinnen und Schülern leitet, steht den Teilnehmenden als Referentin zur Verfügung und bringt die umfangreichen Erfahrungen aus Bayern in die Steiermark.

Kontakt: HS-Prof.in Mag.a Andrea Karner, BEd PhD
E-Mail: andrea.karner@phst.at