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Vom Lehrplan über Schulbuch und Lehrpersonen zu den Schüler*innen

Gratulation an Iris Knapp zum Abschluss des Dissertationsstudiums

Gruppenfoto

Foto: PHSt/ Iris Knapp

28. September 2026 – Am 2. September 2026 verteidigte Iris Knapp, BEd MA, ihre Dissertation „Vom Lehrplan über Schulbuch und Lehrpersonen zu den Schüler*innen: Eine ganzheitliche Analyse sprachlicher Handlungen bei Leseprozessen im Physikunterricht in Österreich“ erfolgreich. Die Dissertation untersucht, welche Rolle Sprache beim fachlichen Lernen im Physikunterricht spielt und wie sprachliche Anforderungen entlang verschiedener Ebenen des Bildungssystems, nämlich vom Lehrplan über Schulbücher bis hin zur Schüler*innenperspektive, umgesetzt werden.

Im Rahmen ihrer Arbeit ging die Forschende unter anderem der Frage nach, inwiefern die sprachlichen Zielsetzungen des österreichischen Lehrplans 2023 für das Pflichtfach Physik in Schulbüchern aufgegriffen und von Lehrpersonen im Unterricht umgesetzt werden. Die Analysen zeigen, dass Physikschulbücher zwar zahlreiche Texte enthalten, diese jedoch häufig ohne konkrete Aufgaben zum Lesen eingesetzt werden. Auch Aufgaben, die eine gezielte Auseinandersetzung mit beziehungsweise eine Reproduktion von Gelesenem anregen, finden sich vergleichsweise selten.

Die Befragung von Lehrpersonen verdeutlicht zudem, dass sprachliche Aspekte im Physikunterricht häufig auf der Wortebene berücksichtigt werden. Gleichzeitig zeigt sich ein uneinheitlicher Umgang mit sprachlichen Operatoren wie „beschreiben“ oder „erklären“. Damit wird deutlich, dass die im Lehrplan formulierten sprachlichen Anforderungen nicht automatisch Eingang in die konkrete Unterrichtsgestaltung finden, sondern einer fachspezifischen Konkretisierung und Unterstützung bedürfen. Aus diesen Ergebnissen leitet die Dissertation verschiedene Ansatzpunkte für die Schulpraxis ab. Dazu zählen insbesondere eine stärkere Verbindung von Lese- und Schreibaktivitäten im Physikunterricht sowie eine gezielte Berücksichtigung sprachlicher Aspekte in der Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen. 

Die Dissertation entstand im Rahmen des LeSeDi-Konsortiums, welches in Kooperation die Universität Graz, die PPH Augustinum und die PH Steiermark umfasst. Dieses beschäftigt sich mit Lese- und Sprachprozessen von Sprachstartern bis hin zur Bildungssprache im Fachunterricht. Iris Knapps Arbeit leistet einen Beitrag dazu, sprachliche Anforderungen im Fachunterricht sichtbar zu machen und ihre Umsetzung in der schulischen Praxis weiterzuentwickeln.

Die Dissertation wurde von HS-Prof. Mag. Dr. Univ.-Doz. Klaus-Börge Boeckmann (PH Steiermark, Graz) und Prof.in Dr.in Tanja Tajmel (Concordia University, Montréal) begutachtet. Im Rahmen der erfolgreichen Defensio diskutierten die Prüfer*innen mit Iris Knapp zentrale Ergebnisse und deren Bedeutung für die Gestaltung eines sprachsensiblen Physikunterrichts.

Die Pädagogische Hochschule Steiermark gratuliert Iris Knapp, PhD, herzlich zu ihrer erfolgreichen Dissertation und wünscht ihr für ihren weiteren wissenschaftlichen und beruflichen Weg alles Gute!

Kontakt: Iris Knapp, BEd MA PhD
E-Mail: iris.knapp@phst.at